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Daumenlutschen als falsche Angewohnheit

Daumenlutschen als falsche Angewohnheit – Wenn Beruhigung der Zahnreihe schadet

Wer von uns hat es denn nicht als Kind gemacht? Ob zur Beruhigung, zum Einschlafen, oder nur aus reiner Angewohnheit – die Rede ist natürlich vom Daumenlutschen. Zu oft mussten wir von den Eltern zu hören bekommen, dass Essen und Trinken und nicht der Daumen in den Mund gehören. Aber warum war es denn scheinbar so eine grosse Sache und wieso fangen so viele Kinder überhaupt mit dem Daumenlutschen an? Beides gute Fragen, die weitere Nachforschungen rechtfertigen.

Warum lutschen Kinder an ihren Daumen?

Ein instinktiver Saugreflex ist bei uns allen angeboren und ist dazu gedacht die Muttermilchgewinnung für uns während des Säuglingsalters einfacher zu machen. Dieser natürliche Reflex bleibt bei vielen Kindern auch nach Ende des Stillens für eine Weile prominent und manifestiert sich dann oft in der Form des Daumenlutschens was beruhigend und Stress-reduzierend auf junge Kinder wirken kann. In den letzten Jahrzehnten haben viele Eltern ihre Sprösslinge erfolgreich an den Schnuller als Ersatz zum Daumen gewöhnt. Dennoch ist und bleibt das Daumenlutschen auch heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen bei jungen Kindern.

Laut führenden Psychologen ist Daumenlutschen während der ersten zwei Lebensjahre eines Kindes kein grosses Problem, da es mit dem natürlichen Nachlassen des instinktiven Saugreflexes und der Entdeckung neuer und interessanterer Aktivitäten bei vielen Kindern langsam aber sicher von selbst zu einem Ende kommt. Sollte das Daumenlutschen aber ungehemmt bis ins dritte Jahr oder später andauern, so wird es ein echter Grund zur Sorge, da es sich zu jenem Zeitpunkt schon sicher zu einer viel bleibenderen Angewohnheit entwickelt hat, die viel schwieriger zum Abgewöhnen ist. Ausserdem stört das andauernde Daumenlutschen die Entwicklung von anspruchsvolleren Methoden der Stressbewältigung. Daher sollten Eltern es sich zum Ziel machen ihre Kinder spätestens mit dem Erscheinen der ersten Milchzähne komplett vom Daumenlutschen abzulenken um bleibenden Zahnfehlstellungen und potenziellen psychischen Entwicklungshemmungen vorzubeugen.

Wie wirkt sich Daumenlutschen auf die Zähne aus?

Kurz gesagt: nicht gut!

Die grössten Unterschiede zwischen dem Saugen an der Mutterbrust und dem Daumenlutschen sind die Dauer und der Druck auf die sich noch entwickelnden Kiefer eines Säuglings. Während das Stillen nur eine zeitlich Begrentzte Aktivität ist, kann das Daumenlutschen oft mehrere Stunden am Tag andauern. Ausserdem ist die Brustwarze der Mutter ein weitaus weicheres Objekt als der Daumen (oder auch ein Schnuller). Daher führt das Daumenlutschen zu einer stärkeren und längeren Druckausübung, die ernste Fehlstellungen von herauswachsenden Milchzähnen zur Folge haben kann. Professionellen Schätzungen zufolge ist das Daumenlutschen heutzutage die Hauptursache für bis zu 40% aller kieferortho¬pädischen Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Grund dafür ist, dass durch zu langes Daumenlutschen ausgelöste Fehlstellungen bei Milchzähnen sich auch auf die nachfolgenden permanenten Zähne übertragen und dadurch zu langfristigen Problem für Jugendliche führen können, wie zum Beispiel:

  • Zahnlücken
  • Behinderter Durchbruch der Frontzähne
  • “Offener Biss”, der zu Lispeln führen und das Beissen erschweren kann
  • Langfristige Schluckprobleme wegen einer falsche Zungenlage
  • Erschwerter Lippenschluss und erhöhte Mundatmung (höheres Risiko für Erkältungen)
Alle diese (und viele weitere potenzielle) Folgen von zu langem Daumenlutschen machen häufig eine Reihe von langwierigen und kostenspieligen kieferortho¬pädischen Behandlungen notwendig.


Schnuller sind wegen ihres weichen Materials die ein bisschen bessere Alternative zum Daumenlutschen, sollten aber dennoch nicht als eine langfristige Angewohnheit für Kinder toleriert werden.
Wie kann man Kindern das Daumenlutschen abgewöhnen?
Vorab ist es interessant, dass laut wissenschaftlichen Untersuchungen gestillte Kinder seltener im Daumenlutschen Zuflucht suchen als Flaschenkinder. Daher ist es empfehlenswert für Mütter sich und ihren Babys während dem Stillen ausreichend Zeit zu lassen um das Saugbedürfniss ihrer Sprösslinge schon von vorneherein voll und ganz zu befriedigen. Für Jünglinge, die dennoch zu Daumenlutschern werden, ist die Hoffnung aber bei weitem nicht verloren.

Kinder, die sich in ihren ersten paar Lebensjahren ans Nuckeln an ihren Daumen oder Schnullern gewöhnt haben, reagieren oft heftig auf plötzliche Entzugsversuche. Um solche potenziell traumatische Erlebnisse zu vermeiden, empfehlen Experten langsamere aber stetige Abgewöhnungsstrategien, die auf Ablenkungen und Belohnungen statt auf Bestrafungen gestützt sind. Einige Beispiele von alternativen Entspannungsmethoden für Kinder um sie vom Daumenlutschen abzubringen sind: 

  • Geschichten / Gutenachtgeschichten
  • Leise und entspannende Musik / Hörspiele
  • Besuche bei Pädagogen oder Kinderpsychologen (in hartnäckigeren Fällen)
Glücklicherweise sind diese Abgewöhnungsmethoden getestet und bewährt und verhelfen fast jedem Kind zu einem glatten Übergang aus der Daumenlutsch-Phase. Na das klingt ja sehr vielversprechend – dann mal nur das regelmässige Zähneputzen nicht vergessen!


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Alles Gute & bis bald, Ace!





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