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Nuckelflaschenkaries als versteckte Gefahr

Nuckelflaschenkaries als versteckte Gefahr – Wenn das abendliche Fläschchen den Zähnen zum Verhängnis wird

Wir alle haben unsere Kinder lieb – auch wenn sie ab und zu herumquängeln und oft vorm ins Bettchen gehen nicht ihre Zähne putzen wollen. In solchen Momenten greifen viele Eltern da einfach zum Fläschchen um die Kleinen zu beruhigen und mit einem schmackhaften Fruchtsaft oder mit warmer Milch in den Schlaf zu lullen. Bei vielen Kindern funktioniert diese Taktik auch ganz gut aber für die Zähne der Kleinen kann sie unglücklicherweise dramatische Folgen haben über die viele Eltern nur wenig wissen.

Was ist Nuckelflaschenkaries?

Die wahrscheinlich negativste Auswirkung vom Fläschchen vorm ins Bett gehen ist die sogenannte Nuckelflaschenkaries (auch frühkindliche Karies genannt), die sich recht schnell bei Milchzähnen entwickeln und diese im Nu zerstören kann. Besonders bei Kindern, die tagsüber und abends stets an einem Fläschchen mit Milch oder einem süssen Getränk nuckeln, ist das Risiko für Nuckelflaschenkaries besonders hoch weil das fast ununterbrochene Saugen an der Flasche den Speichel daran hindert die Zähne ganz zu umspülen und schädliche Säuren effektiv zu neutralisieren. Da hilft oft auch das fleissigste und regelmässigste Zähneputzen nicht. Daher sind schwarz verfärbte Zähne – eines der eindeutigsten Anzeichen von Nuckelflaschenkaries – heutzutage unter Kindergartenkindern und Vorschulkindern keine Seltenheit. Und als ob die Gefahr, die von dieser dentalen Erkrankung ausgeht, für Elten mit Kleinkindern nicht beunruhigen genug wäre, ist der generelle Trend umso besorgniserregender, da die Anzahl der Kinder mit Nuckelflaschenkaries in den letzten 5-10 Jahren leider stetig angewachsen ist. Laut den neuesten Schätzungen sind wahrscheinlich bis zu 50% der Zahnschäden bei jungen Schulkindern in Ӧsterreich direkt auf Nuckelflaschenkaries zurückzuführen.


Nebst dem unästhetischen Aussehen der befallenen Zähne kann frühkindliche Karies auch zu Schmerzen beim Kauen führen und dadurch die Essgewohnheiten von Kindern stören. Ausserdem müssen äusserst stark beschädigte Zähne oft gezogen werden, was nicht nur schmerzhaft und teuer sein kann, sondern längerfristig auch dazu führen kann, dass die permanenten Zähne des Kindes in unvorteilhaften Positionen aus dem Zahnfleisch herauskommen. Diese schiefen Zähne sehen dann wiederum unschön aus und müssen später im Leben des Kindes durch oft kostenintensive und unangenehme Behandlungsmassnahmen (z.B. permanente Zahnspangen) korrigiert werden.

Warum ist Nuckelflaschenkaries heute ein so grosses Problem?

Einer der Hauptgründe für die immer schnellere Ausbreitung von Nuckelflaschenkaries in Ӧsterreich ist das oft stark mangelnde Wissen über diese dentale Krankheit unter jungen Eltern. Generell liegt die Kariesrate unter Kleinkindern landesweit bei 10-15%, macht aber einen gewaltigen Satz auf bis zu 40% wenn man sich nur jene Kinder ansieht, die in sozial schwächeren und weniger gebildeten Familien aufwachsen. Eltern, die in diese letztere Kategorie fallen, wissen oft nicht, dass die Zähne von Kleinkindern mit fluoridhaltigen Zahnpasten geputzt werden müssen um Karies effektiv vorzubeugen. Auch geben dieselben Eltern ihren Kindern oft abends ein Fläschchen ohne ihnen danach vorm Bettchen die Zähne zu putzen. Solch eine unzureichende Zahnpflege führt dann oft zu stark beschädigten (oder gar verfaulten) Zähnen, die ein Zahnarzt meist nicht mehr retten kann. Daher ist ein entscheidender erster Schritt zur Bekämpfung von Nuckelflaschenkaries eine frühere Aufklärung von jungen Eltern damit sie ihren Kindern nicht nur eine verbesserte Zahnpflege bieten, sondern diese auch zu Kontrollbesuchen beim Zahnarzt bringen können bevor es für befallene Zähne zu spät ist.

In den letzten paar Jahren haben immer mehr Zahnärzte auf einen weiteren potenziellen Hauptgrund für die Verbreitung von Nuckelflaschenkaries hingewiesen – nämlich auf möglicherweise unzureichende dentale Untersuchungen durch Kinderärzte. Heutzutage gehen Kleinkinder, laut der Liste von etablierten Vorsorgeleistungen der Krankenkassen, erst in ihrem zweiten oder gar dritten Lebensjahr zum ersten Mal zum Zahnarzt. Bei jüngeren Kindern sind Kinderärzte für die Früherkennung von dentalen Problemen zuständig. Da aber neue Umfragen gezeigt haben, dass nur rund 30-40% von jungen Eltern von ihren Kinderärzten Informationen und Tipps über die dentale Gesundheit ihrer Kinder erhalten, fordern viele Zahnärzte die Einführung von Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder ab dem sechsten Lebensmonat. Das Argument für diese Änderung ist, dass eine bessere Zahngesundheit nicht nur die Lebensqualität von Kleinkindern verbessern, sondern auch Behandlungskosten für die Krankenkassen senken könnte. Bisher hat der Krankenkassenverband dieser Forderung aber noch nicht beigegeben.

Wie kann ich Nuckelflaschenkaries verhindern?
Da Milchzähne wegen ihres weicheren Zahnschmelzes weitaus anfälliger für Karies sind als permanente Zähne, sollten Eltern sobald die ersten Zähne aus dem Zahnfleisch hervorkommen mit der vorsichtigen Dentalpflege beginnen. Besonders wichtig ist der frühe Einsatz von fluoridhaltiger Zahnpasta – und das obwohl viele Kinderärzte dazu anraten bis zum dritten Lebensjahr zu warten. Weitere Massnahmen, die bei der Vorbeugung von Nuckelflaschenkaries helfen können, schliessen die folgenden Punkte mit ein:
  • Fläschchen mit Wasser statt Milch oder zuckerhaltigen Getränken füllen (tagsüber und abends)
  • Zähne und Zahnfleisch mit einem feuchten Tuch nach jedem Essen abtupfen
  • Baby nur tagsüber und vor dem abendlichen Zähneputzen stillen
  • Schnuller nicht in Honig oder Zucker tauchen
  • Baby so früh wie möglich beibringen aus einem Becher statt aus der Flasche zu trinken
Na also – es besteht doch reichlich Hoffnung der Verbreitung von Nuckelflaschenkaries die Stirn zu bieten. Dann nur auf zum sorgfältigen Zähneputzen!


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