Zum Zahnarzt oder zum Kieferorthopäden?

Blog >> Zum Zahnarzt oder zum Kieferorthopäden? >> Zahnarztliste

E-Mail hier eingeben und Abo starten:


Blogartikel



Zum Zahnarzt oder zum Kieferorthopäden – Was ist der Unterschied?

Ganz schön verwirrend – es gibt Zahnärzte und Kieferorthopäden, manche sind beides zugleich, andere geben auf ihren Webseiten und Praxisschildern auch noch den Begriff „Kieferchirurgie“ an. Aber bei welchen Beschwerden und mit welchen Fragen geht man am besten zum Kieferorthopäden? Welche Behandlungen macht er im Unterschied zu einem Zahnarzt?

Index

Was unterscheidet einen Kieferorthopäden vom „normalen“ Zahnarzt?

Ein Kieferorthopäde ist immer auch ein Zahnarzt, aber nicht jeder Zahnarzt ist zugleich Kieferorthopäde – das heißt, jeder Kieferorthopäde hat ein Zahnmedizin-Studium absolviert. Während es in Deutschland eine zusätzliche, allgemein anerkannte Fachausbildung für Kieferorthopäden gibt, ist das in Österreich noch nicht der Fall. In Österreich hängt es von den selbst festgelegten Arbeitsschwerpunkten ab, ob jemand eher als Kieferorthopäde oder als Zahnarzt tätig ist. Es gibt allerdings den sogenannten Verband österreichischer Kieferorthopäden, der eine kommissionelle Prüfung für die Aufnahme in den Verband anbietet.

Die Kieferorthopädie oder Zahnorthopädie als Fachgebiet beschäftigt sich mit der Verhütung, Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen bei Kiefer und Zähnen. Ein Zahnarzt wiederum kümmert sich um Zahngesundheit und Mundhygiene, d.h. er diagnostiziert und behandelt Erkrankungen der Zähne, Zahnhälse, sowie allgemein im Mund und an der Mundschleimhaut.



Panoramaröntgenbild

Röntgenbild eines Gebisses vor einer kieferorthopädischen Behandlung

Was sind kieferorthopädische Behandlungen?

Ein Kieferorthopäde überprüft durch laufende Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen, ob sich das Gebiss ordentlich entwickelt. Bei der Kiefer- und Zahnorthopädie geht es vor allem um Stellung der Milchzähne, Lücken im Gebiss und die Entwicklung des Übergangsgebisses. Die laufenden Untersuchungen stellen sicher, dass bei Problemen rasch reagiert werden kann, was weniger aufwendig ist als Korrekturen im Nachhinein im Erwachsenenalter.

Ein Kieferorthopäde muss über ein großes biomechanisches Wissen verfügen, d.h. er muss wissen, wie Kiefer und Zähne zusammenwirken und richtig stehen. Zahnfehlstellungen sind nicht nur ein optisches Problem, sondern die richtige Stellung der Zähne ist auch für das Abbeißen, Kauen und Schlucken wichtig.

Zur Begradigung und Korrektur stehen dem Kieferorthopäden verschiedene Arten von Zahnregulierungen und Zahnspangen zur Verfügung. Diese können festsitzend oder herausnehmbar sein. Die wichtigsten sind:


  • Aligner-Schienen – herausnehmbare Schienen, die alle paar Wochen gegen neue ausgetauscht werden, um eine schrittweise Anpassung zu erreichen. Mittlerweile gibt es auch schon beinahe unsichtbare, durchsichtige Schienen – Invisalign-Schienen.
  • Brackets aus Metall oder Keramik – sind außen an den Zähnen angebracht werden und mit Metalldraht verbunden – die „klassische“ festsitzende Zahnspange.
  • Innenliegende Zahnspangen – diese werden innen an den Zähnen angebracht, sind kaum zu sehen, aber aufwendiger zu reinigen.
  • Veneers, das sind festsitzende Keramikschalen, die aufgrund ihrer zahnähnlichen Farbe auch so gut wie unsichtbar sind.

Wie läuft eine Behandlung beim Kieferorthopäden ab?

Wichtig ist bei einer kieferorthopädischen Behandlung erst einmal zu Beginn eine ausführliche Anamnese und Diagnose. Was dabei genau gemacht wird, hängt vom jeweiligen Problem ab. Üblicherweise werden keine Kauabdrücke mehr gemacht, sondern es wird mit anderen bildgebenden Verfahren gearbeitet, um festzustellen, welche Kiefer- und Zahnprobleme es gibt. Mit einem Fernröntgenbild wird beispielsweise untersucht, wie Ober- und Unterkiefer zueinander stehen.

Eine Behandlung beim Kieferorthopäden nimmt üblicherweise mehrere Monate in Anspruch, da durch Zahnspangen u.Ä. nur ein sanfter Druck ausgeübt werden sollte und eine allmähliche Veränderung das Ziel ist. Die Behandlung sollte nicht zu schnell ablaufen, um die Zahnwurzeln nicht zu schädigen.


Und wann braucht man dann einen Kieferchirurgen?

Einen Kieferchirurgen braucht man, vereinfacht gesagt, wenn kieferorthopädische Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Ein Kieferchirurg hat neben einer Fachausbildung in Zahnmedizin auch eine chirurgische Ausbildung, um Eingriffe vornehmen zu können. Bei komplexen Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer, die durch den Kieferorthopäden nicht behandelt werden können, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.


Kieferorthopädische Zange

Zange für kieferorthopädische Eingriffe

Zahlt die Krankenkasse kieferorthopädische Behandlungen?

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gibt es die sogenannte Gratis-Zahnspange, also werden für diese die Kosten übernommen. Einige Krankenkassen in Österreich zahlen zudem Zuschüsse für festsitzende Zahnspangen, wie viel genau, muss man sich bei der jeweiligen Kasse erkundigen. Kieferchirurgische Eingriffe wiederum werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Wie immer gilt: Wenn Sie unsicher sind, was Sie selbst zu bezahlen haben und was von der Krankenkasse übernommen wird, fragen Sie besser im Vorhinein nach, damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen bei den Kosten kommt!

Für weitere interessante Geschichten schaut euch doch Mal im DentalAce Blog um und tretet unserer online Community HIER durch ein gratis Abonnement bei.

In der Zwischenzeit würden wir uns auch sehr über Eure Kommentare und Bewertungen zu diesem Blog Post freuen.

Alles Gute & bis bald, Ace!






Hast du Fragen?
Sende uns eine Nachricht